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Das Programm "Diverses" im Nordsudan
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Versorgung mit Trinkwasser

Das Zentrum dieses Projekts ist ein Brunnen in Gabarona, einem der vier Lager, die sich weit abgeschieden rund um Khartum befinden und offiziell von der Regierung anerkannt sind.

Im lokalen arabischen Dialekt bedeutet Gabarona "Sie haben uns gezwungen". Die ersten Binnenflüchtlinge haben diesem Ort, der 40 km von Khartum entfernt ist, vor zwanzig Jahren diesen Namen gegeben. Der Brunnen wurde 1993 gegraben.

Es versteht sich von selbst, dass an diesem Ort, wo die Temperaturen bis zu 45 Grad im Schatten steigen können, das Wasser dieses Brunnens kostbar ist. Ausserdem ist es sehr sauber, das es aus einer Tiefe von 200 Metern in der Wüste kommt. Auf jeden Fall bildet es die Überlebensgrundlage von mehr als 100 000 Menschen.

Ein starker Motor in Dauerbetrieb sichert die Gratisverteilung von mehr als 120 000 Litern pro Tag.

In Gabarona gibt es zwei weitere Zisternen, die dem Staat gehören, aber Wasser wird dort zum Preis von 0,28 CHF (0,23 Euro) pro Liter verkauft, was für die meisten Menschen der Region sehr teuer ist.

Deswegen stellen sich immer wieder die von Eseln gezogenen Wägen an, um die Wassertonnen zu füllen. Die Besitzer dieser fahrenden Wassertonnen verkaufen dann Wasser zu niedrigen Preisen, was ihnen ein geringfügiges Einkommen beschert.

Um lange Warteschlangen zu vermeiden, wurden unterirdische Rohrleitungen angelegt (jede 1 km lang), die weiter entfernte Verteilungsstationen versorgen.

Ausserdem holen täglich drei Tanklaster hier Wasser, um es in weitere Binnenflüchtlingslager zu bringen, besonders zu den Sccchulen des Erzbistums Khartum, die sich hier befinden.

Auf Ersuchen der Regierung wird das Wasser auch zu den öffentlichen staatlichen Schulen gebracht! So werden 14 Schulen beliefert.


Behinderte Menschen

An die 50 Dreiräder, Prothesen und andere Hilfsmittel werden jedes Jahr an Menschen mit Behinderung, Opfer des Bürgerkriegs, verteilt.
Auch nach dem Friedensabkommen aus dem Jahre 2005 sind im Süden noch Millionen von Landminen vergraben, die jedes Jahr an die 500 Opfer fordern, von denen vielen Gliedmassen amputiert werden müssen.

Die Menschen, die von diesem Programm profitieren, stammen zum Grossteil aus sehr armen Familien.

Die Vinzenzgemeinschaft beauftragt ein Team, in diesen vergessenen Gebieten behinderte Menschern ausfindig zu machen und zu registrieren. Bei Bedarf wird auch moralische und psychologische Betreuung angeboten. Ausserdem muss regelmässig für die Instandhaltung der verteilten Materialien gesorgt werden.


Frauen im Gefängnis

Seit dem Jahr 2000 kümmert sich die Vinzenzgemeinschaft um Frauen im Frauengefängnis von Omdurman. Omdurman ist eine grosse Stadt mit mehr als 2 Millionen Einwohnern, die an Khartum grenzt.

Die meisten der Frauen sind wegen der Herstellung eines lokalen alkoholischen Getränks inhaftiert, was durch die Scharia verboten ist, einer Rechtssprechung, die von der aktuellen islamischen Regierung angewandt wird. Die Länge der Haftstrafen schwanken zwischen einem Monat und drei Jahren.

Dieses älteste Gefängnis im Sudan wurde in der postkolonialen Zeit errichtet und weist furchtbare sanitäre Bedingungen auf. Es kann maximal 1 200 Inhaftierte aufnehmen und ist immer überbelegt, …auch wenn man die 250 bis 300 Kinder, die dort leben, nicht zählt.
Im Sudan ist es übliche Praxis, dass verurteilte Frauen ihre Kinder ins Gefängnis mitnehmen, wenn sie unter zwei Jahren sind oder sich niemand um sie kümmern kann.

Da die Essensrationen nach Inhaftierten gerechnet werden, sind die meisten der Frauen und Kinder unterernährt.

Ausser der medizinischen Hilfe, die die Vinzenzgemeinschaft in diesem Gefängnis anbietet (vergleiche oben), und welche verschiedene Epidemien, wie zum Beispiel Tuberkulose, bekämpft, liefert dieses Projekt Unterstützung auf zwei Ebenen:

  • Materiell, um die Lebensbedingungen verbessern: Trinkwasserbrunnen, Frühstück für die Kinder, Milch für die Babys, deren Mütter sie nicht stillen können, Betten und Bettwäsche, Moskitonetze für die Neugeborenen (Es bleibt noch genug zu tun, um das Abwasser zu entsorgen).

  • Moralisch und rechtlich: Besuche im Gefängnis, Rechtsberatung, Vorstellen von Rehabilitierungsmethoden, manchmal Bezahlung einer Geldstrafe oder Kaution, wie im Falle einer Mutter von Zwillingen.


Leprakranke

400 Personen werden pro Jahr versorgt.


Seniorenbetreuung

1986-2014

Mit Januar 2015 hat ASASE aufgehört, dieses Projekt zu unterstützen, ebenso wie alle anderen humanitären Projekte, die seit 1986 eingerichtet worden waren.

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